A,B

ABBEIZEN: Spezielles Reinigungsverfahren durch den Goldschmied (im Reinigungsbad), bei dem Zunder oder Oxyden entfernt werden

ALABASTER: Ein in der Natur gelblich oder grau vorkommender, leicht durchscheinender Gips, der mit dem Fingernagel ritzbar ist. Er wurde bereits in der Antike für Gefäße und architektonische Verkleidungen benutzt. Vom 14. Jahrhundert ab kommen Alabaster-reliefs und Alabasterfiguren häufig in England vor.

Die Säulen bei Standuhren aus dem Empire und Alt – Wien waren ebenfalls aus Alabaster. Der Goldschmied verwendet Alabaster-gips zu Löten; „Löten im Gips“.

ALLIANCERING: Vereinigungsring. Dreisteiniger Damen- oder Herrenring. Die Steine sind eng oder etwas auseinander gesetzt. Meistens in Krappen- oder Englisch verwischter Fassungsart vorkommend. Abgeleitet vom Allianzwappen. Beliebter Hausgerrenring im Historismus und im Gründerzeitalter um 1870.

ALT WIENER BESCHAUZEICHEN: Bekannt unter dem Begriff „Alt-Gold- oder Biedermeierpunzen“ bei Goldlegierungen. Im Bereich der Silberware dominierte noch immer die Rad´l Punze mit ihrem je nach der Punzierungsstätte geformten Punzenbild. Umrandungsform. Gültigkeit der Rad´l Punze bis 1867. Außerdem kommt noch die Repunzierungspunze sowie der Befreiungs-, Tax- und Vorratsstempel dazu.

AMBOSS: Zum Schmieden und Treiben braucht der Goldschmied einen Amboß, auf dem er dem Metall mit verschiedenen Hämmern seine Form gibt. Kleine Amboss befestigt man im Schraubstock, große werden von einem Holzklotz getragen.

Der Schmiedeamboß hatte ein Horn zum Biegen von Metall. Mit einem seitlichen Loch versehene Ambosse, in die man kleinere Formeisen einsetzen kann, heißen Einsatzeisen.

ANLAUFSCHUTZ: Siehe auch Edelmetalle-Legierungen / Rhodium, Rhodiniert

Infolge des Spurenweise in der Luft vorhandenen Schwefelwasserstoffs laufen Silbergegenstände unter Bildung von Silbersulfid schwarz an. Um dieser Eigenschaft vorzubeugen (spezielle Pflege), entwickelte die Industrie verschiedene Methoden des Anlaufschutzes. Dazu zählt die Hartlackierung, bei der ein besonderer Lack in einem Umluftofen bei mindestens 1200 C etwa 20 Minuten eingebrannt wird. Dieses Verfahren, auch  als Vernieren, Zaponieren oder Lackieren bekannt, wird nur bei Ziergegenständen angewendet.

Bei Gebrauchsgegenständen ist die tägliche Benutzung und das anschließende Abspülen der beste Anlaufschutz. Anlaufgeschützte Silberware ist vielfach mit einem Klebeetikett, dass eine Flamme zeigt, versehen. Seit neuerer Zeit gibt es ein Silberschutzpapier, das darin eingeschlagene Gegenstände vor dem Anlaufen schützt. Auch wird das Einpacken in chlor- und säurefreies Seidenpapier und darüber Packpapier oder Plastikfolie als Anlaufschutz empfohlen.

ALPAKA: In der Vergangenheit gelegentlich für Gehäuse verwendete, korrosionsbeständige Legierung.

ANSATZBAND: Ein in Edelmetall hergestelltes, leicht bewegliches, maschinell oder in Handarbeit montiertes Armband für Uhren mit Schließe und Befestigungsenden. Verschlussteil ist meist ein Leiterschloss zum Verstellen der Armweite.

Die ersten Ansatzbänder wurden um 1920 hergestellt. Mit dem Einsetzen der Schmuckuhr in Edelmetall um 1960 begann eine neue Linie bei den Ansatzbändern. Am beliebtesten waren die „Ziegel- und Milanaiseansatzbänder“.

BAROCKDOSE: Silberdose mit Ornamenten aus der Barockzeit.

BART-BOART: Diamantstaub mit Öl vermengt. Wird zum Schleifen, Polieren und Sägen vor allem von Diamanten, aber auch zum bearbeiten anderer Edelsteine verwendet

BEDENKLICHER ANKAUF: Verankert  im § 165 StGB, Fahrlässiges Ansichbringen von Gegenständen, deren Herkunft unsicher ist, Verheimlichen oder Verhandeln von Sachen und im § 164 StGB der vorsätzlichen Hehlerei.

Jeder seriöse Ankäufer von Schmuckstücken oder Bruchgold ~Goldschmiedebetrieb~ verlangt vom Verkäufer einen amtlichen Lichtbildausweis und führt ein WARENANKAUFSBUCH in dem der Verkäufer schriftlich erklärt, die verkauften Gegenstände rechtmäßig zu besitzen und frei darüber verfügen zu können.

Bei Minderjährigen: Vorlage einer schriftlichen Bestätigung vom Erziehungsberechtigten. P.s.: (Wir versuchen zusätzlich mit den Erziehungsberechtigten  ~ meistens Eltern ~ zu telefonieren).

BROSCHIERUNG: Ist prinzipiell ein Broschenverschluss. Ein unsichtbarer Verschlussteil, der bezüglich seiner Mechanik die Tragsicherheit bietet. Verwendet werden hand- und maschinenhergestellte Broschierungen.
Eine Broschierung besteht aus: Nadel mit Bremser, Nadelbacken, Nadelstift (Bewe-gungsstift) und Schubhaken. Bei der Nadel mit Bewegung unterscheidet man Kugel-, Tonnen-, U- und Bockgelenk. Beim Haken unterscheidet man Haken ohne Sicherung, Kugelhaken mit Sicherung, Blechhaken mit Sicherung, Schubhaken, Schubschanier mit Sicherung.

BRUCHGOLD: Sammelbegriff für alles, was an Edelmetall (Goldschmuck) am menschlichen Körper getragen wurde. Getragene, teilweise nicht mehr brauchbare, nicht mehr reparaturfähige oder aus der Mode gekommene Schmuckstücke. Auch Zahnersatz bzw. Zahnkronen aus Gold kann als Bruchgold bezeichnet werden.

Aufgrund der hohen Schmelz- und Scheidekosten sowie des Goldverlustes beim Schmelzen (Schmelzverlust zirka 6 %) pro Schmelzvorgang) ist die Bewertung des Bruchgoldes wesentlich geringer als die des Feingoldes.

 

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